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Vorlaufende vs. nachlaufende Blattahlter

Vorlaufende vs. nachlaufende Blattahlter

Beitrag #1 von Olli82 » 21.04.2017 22:11:08

Hallo Heli Experten

Ich habe mir vor kurzem einen gebrauchten T-Rex250SE mit FBL als "Immer-Dabei-Heli" gekauft. Er fliegt bestens und macht total Laune. Am Rotorkopf gibt es aber einige Unterschiede
zu meinen anderen Helis.

Es ist ein Paddelkopf verbaut, der auf FBL umgebaut wurde. Ist also ein FBL-Heli. Durch die fehlende Paddelebene sind die Rotorblätter nachlaufend angelenkt, statt vorlaufend wie ich es kenne. Ich habe mal gelernt, daß Rotorblätter vorlaufend angelenkt werden sollten. Von meinem 4-Blattkopf weiß ich daß die Taumelscheibe 90° vor dem Blatthalter anlenken soll. Glaub, weil der zykl. Pitch 90° verzögert wirkt.
Dadurch geht bei positiven Pitch die Taumelscheibe nach unten und nicht nach oben. Sollte eigentlich keinen Unterschied machen ob hoch oder runter.

Wie gesagt der Heli fliegt bestens und will es deshalb eigentlich nicht ändern. Mich interessieren aber die Unterschiede zum normalen Rotorkopf und zum Thema Rotorphysik und Kräfte die da wirken. Auch in Verbindung mit dem Kraftaufwand der Servos. Kann mir das jemand bisschen erklären. :mrgreen: :mrgreen:
Heli zum "Bolzen": T-Rex 500 ESP: YGE 90LV+HK-3226; Spektrum AR7210 FBL+Rettung; Telemetrie
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Re: Vorlaufende vs. nachlaufende Blattahlter

Beitrag #2 von echo.zulu » 21.04.2017 23:47:11

Moin Olli.
Im Grunde genommen ist es egal ob ein Blatt vor- oder nachlaufend angelenkt wird. Mit dem 90° Versatz hat es auch nichts zu tun, denn der Anlenkpunkt ist entweder 90° vor oder nach der Blattachse - vorlaufend ist also um 180° zu nachlaufend versetzt. Lediglich die Taumelscheibe bewegt sich bei Positiv-Pitch nach unten.
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Re: Vorlaufende vs. nachlaufende Blattahlter

Beitrag #3 von acanthurus » 25.04.2017 18:25:12

Hi..

Um es mal noch ein wenig weiterzuspinnen.. solange der Anlenkpunkt 90° vor oder nach der Blattachse ist, ist es (fast) egal.
Bei Mehrblattköpfen ist das öfter mal nicht zu verwirklichen, und wenn man keine virtuelle Taumelscheibenverdrehung zur verfügung hat, kann das dann in der einen oder anderen (meistens der VORlaufenden Anlenkung) Vorteile haben - speziell bei steiferen Rotoren, wo der "natürliche" Winkel zwischen Anlenkung und Blattschlag eben etwas kleiner als 90° ist.

Wenn man (wie weitgehend bei unseren Zweiblattrotoren üblich) eine 90°-Bauweise hat, sind beide Anordnungen möglich und können manchmal sogar beim gleichen Hubschrauber alternativ eingesetzt werden. Wenn das nicht der Fall ist, dann muss eben der Blatthalter mit seinem Anlenkpunkt zur Anlenkmethode passen, damit die Phase passt.

Wenn es ums Thema Servokräfte geht, dann sind Themen wie Blattvorlauf, Versatz aerodynamische/elastische Achse der Blätter, Profilmomentenbeiwerte etc. die wichtigen Kenngrößen.

gruß
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Re: Vorlaufende vs. nachlaufende Blattahlter

Beitrag #4 von Olli82 » 25.04.2017 20:21:26

Hallo. Danke an euere sehr informativen Antworten. Also stört es der Rotormechanik nicht daß die Anlenkung bei meinem 250er "verkehrt" herum läuft. Gut zu wissen. Dachte ja daß es (kräftemäßige) Gründe hat daß die meisten FBL-Helis vorlaufend aufgebaut sind. Das bei vorlaufenden Blättern die Servos weniger Stellkräfte überwinden müssen. :mrgreen:
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Re: Vorlaufende vs. nachlaufende Blattahlter

Beitrag #5 von Andre77 » 25.04.2017 20:26:22

Hallo,

ich sehe da kein Problem, auch keine Unterschiedlichen Kräfte!
Meine BO 105 ist, in Anlehnung ans Original, auch Nachlaufend angelenkt.
Fliegt genauso wie vorher, nur das eben Pitch anders herum läuft (Taumelscheibe nach unten für Positiv).
Es gab bei den Paddlern früher das Delta 3 (Anlenkung nicht genau auf Höhe der Rotorwelle), da könnte ich mir vorstellen das man da aufpassen muss.
Aber bei FBL fliegt man ohne Delta3 und dann ists wurst.

Viele Grüsse

Andre
If you can't explain it simply, you don't understand it well enough :wink:
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Re: Vorlaufende vs. nachlaufende Blattahlter

Beitrag #6 von echo.zulu » 25.04.2017 20:30:05

Klar bei einem Kopf mit Delta3 verkehrt es sich ins Gegenteil. Dann müsste man auch mit dem Anlenkpunkt genau auf die andere Seite von der Schlaggelenk-Achse. Da wir aber sowieso fast komplett starre Köpfe fliegen, ist Delta3 eh kein Thema mehr.
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